Interview mit Maria Rech – CSR-Beauftragte bei der Haas & Co. Magnettechnik GmbH

UPJ: Guten Tag Frau Rech! Schön, dass Sie sich Zeit genommen haben, mit uns über Haas & Co. Magnettechnik GmbH, CSR-Risiken und den CSR Risiko-Check zu sprechen. Können Sie uns die Haas & Co. Magnettechnik GmbH kurz vorstellen?

Sehr gern. Die Haas & Co. Magnettechnik GmbH produziert und verkauft seit 1972 Magnetfolien, Magnetbänder, technische Magnete sowie magnetische Sonderanfertigungen in höchster Qualität. Wir importieren Rohprodukte und verarbeiten bzw. veredeln diese am Standort Wiesbaden. Dazu arbeiten wir partnerschaftlich mit unseren Lieferanten und Kunden im B2B-Bereich.

Nachhaltige Unternehmensführung und soziales Engagement in verschiedenen CSR-Projekten, wie beispielsweise dem CSR-Regio.Net Wiesbaden, sind unabkömmliche Bestandteile unserer Gesamtstrategie. Die Magnettechnik bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, für deren Produktion wir Seltene Erden wie Neodym und Kobalt verwenden.

UPJ: Bei dem Begriff Seltene Erden horchen viele sicher auf, da dies ein großes Thema in der Diskussion um Wirtschaft und Menschenrechte, aber auch Umwelt ist.

Ganz genau. Deswegen fokussieren wir uns auf ein umfangreiches CSR-Risikomanagement, um den Schutz der Umwelt, die Vermeidung von Umweltbelastungen, die Achtung der Menschenrechte sowie den effizienten Umgang mit endlichen Ressourcen in der globalen Lieferkette zu fördern. Besonders die Abbaubedingungen des Rohstoffs Neodym stellen in China ein hohes Risiko für die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht dar, die nur bedingt überprüfbar ist. Aus diesem Grund ist eine intensive Recherche über die Wirtschaftsmacht China vonnöten, bei der uns der CSR Risiko-Check hilft.

UPJ: CSR-Risikomanagement wird häufig eher mit Großunternehmen in Verbindung gebracht. Sie sind ein typisch mittelständisches Unternehmen und Vorreiter im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte. Mit welchen Herausforderungen sind Sie konfrontiert und wie bearbeiten Sie CSR-Themen?

Als kleines mittelständisches Unternehmen (KMU) beschäftigen wir uns intensiv mit unserer Unternehmensverantwortung. Entlang der Wertschöpfungskette stoßen wir dabei auf verschiedene Herausforderungen hinsichtlich unserer Nachhaltigkeitsziele. Als 2011 einer unserer Großkunden Corporate Social Responsibility als Kriterium für seine Lieferantenbewertung mit aufnahm, waren auch wir als KMU in der Verantwortung, über unsere Nachhaltigkeitsthemen zu berichten. Dies geschieht aktuell in Form einer Erklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex, in der 20 Kriterien zu den Bereichen Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft behandelt werden. Darin gehen wir beispielsweise auf unsere menschenrechtliche Sorgfaltspflicht ein, die auch bei unseren asiatischen Zulieferern gewährleistet sein muss.

In China haben wir menschenrechtliche Risiken identifiziert, wo die Lieferkette in der Magnetbranche eine Art "schwarzes Loch" darstellte. Es gab kaum verlässliche Untersuchungen zu Produktions- und Abbaubedingungen der Rohstoffe, insbesondere von Neodym. Die wenigen Informationen, die zu den Arbeitsbedingungen in den Rohstoff-Minen verfügbar sind, müssen stetig überprüft werden. Hierfür dient uns der CSR Risiko-Check ab sofort als fundierte Recherchequelle.

UPJ: Das klingt, als ob Sie den CSR Risiko-Check sehr gut für Ihr Risikomanagement nutzen konnten. Was sind für Sie die Vorteile des CSR Risiko-Checks?

Die als problematisch identifizierten Bedingungen in China, zum Beispiel der Gesundheitsschutz oder angemessene Bezahlung, bedürfen einer ständigen Überprüfung - auch oder besonders seitens der Kunden. Bei einer ständig wachsenden Nachfrage und gleichzeitiger Endlichkeit von Seltenen Erden hilft der CSR Risiko-Check, diesen Konflikt im Auge zu behalten. Zwar stehen wir im direkten Kontakt zu unseren Lieferanten und Geschäftspartnern in China, dennoch ist eine zusätzliche Beobachtung der innen- und außenpolitischen Verhältnisse Chinas notwendig, um langfristig unternehmerisch erfolgreich zu sein.

Der CSR Risiko-Check liefert ein hervorragendes Tool, welches Unternehmen dazu nutzen können, schnell und unkompliziert an aktuelle Informationen zu kommen. In unserem Fall haben wir in Schritt 2 des CSR Risiko-Check-Fragebogens „China“ angegeben und erhielten einen strukturierten, auf 30 Seiten zusammengefassten Bericht über die dort vorherrschenden Risiken (z. B. Arbeitsbedingungen, Umwelt und Abfall). CSR-Risiken zu selektieren und  stets aktualisierte Recherche-Ergebnisse zu erhalten, macht der CSR Risiko-Check uns in Zukunft deutlich einfacher.

UPJ: Vielen Dank für das interessante Gespräch, Frau Rech! Es freut uns sehr, dass der CSR Risiko-Check ein Tool ist, was Sie bei Ihrer Arbeit so gut unterstützt.