COVID-19

COVID-19 bringt Herausforderungen für die Wirtschaft und die Menschenrechte mit sich. Im Allgemeinen sind Arbeitsmigranten verwundbar. Sie sind im Ausland gefangen, und die Einreise ist oft nicht gut organisiert. In den Niederlanden sind Beispiele bekannt, in denen die Unterkunft Teil von Zeitverträgen ist. Wenn diese Verträge aufgelöst werden, sind Arbeitsmigranten obdachlos. In Katar sind Tausende von Arbeitsmigranten in dicht besiedelten und geschlossenen Lagern gefangen.

Was können Unternehmen tun? Business & Human Rights hat einen Due-Diligence-Rahmen für Unternehmen entwickelt, der sich auf die angemessene Behandlung von Mitarbeitern in dieser Krise konzentriert. Human Rights Watch hat auch eine Checkliste zu den Menschenrechten erstellt. 

Nachstehend finden Sie eine Übersicht pro Sektor, welche CSR-Risiken (unter anderem) in internationalen Handelsketten auftreten. Lesen Sie mehr über CSR-Risiken in Lieferketten auf dieser Seite von Business & Human Rights.

LANDWIRTSCHAFT

Die COVID-19-Krise hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die Hauptprobleme sind der Transport zu und von den Feldern, die Unterbringung der Landarbeiter, die nicht über den richtigen Platz verfügen, und ein Mangel an Schutzausrüstung auf den Feldern.

  • 19. Mai 2020 - Die COVID-19-Krise in Asien trägt zu Konflikten um Land bei. Bauern können wegen des Verbots der Vertreibung ihr Land oft nicht erreichen, ebenso wie die indigene Bevölkerung, die den Wald meiden muss. Illegale Holzfäller haben in der Folge freie Hand. 
  • Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Landwirtschaft.
Industrie

Innerhalb von Fabriken ist es oft schwierig, Distanz zwischen den Arbeitern zu schaffen, und es gibt zu wenig Schutzausrüstung, so dass das Kontaminationsrisiko bestehen bleibt. Bei der Herstellung von Schutzausrüstung wird über mehr Verstöße gegen die Arbeitsbedingungen berichtet. Wenn Fabriken geschlossen werden, werden die Arbeiterinnen und Arbeiter oft nicht weiter bezahlt.

  • 6. Mai 2020 - Während der COVID-19-Krise dürfen die Besatzungen von Frachtschiffen nicht von Bord gehen. Die Verträge werden verlängert, was zu einem erhöhtem Arbeitsdruck und Unsicherheit darüber, wann sie künftig von Bord gehen dürfen führt. Dies führt zu mehr psychologischen Belastungen bei der Schiffsbesatzung.   
  • Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Industrie.
TEXTIL

COVID-19 verursacht viele Probleme im Textilsektor. Aufgrund stornierter Aufträge werden Mitarbeiter ohne Bezahlung nach Hause geschickt. Diejenigen, die noch arbeiten müssen, tun dies in einer schlecht geschützten Umgebung.   

  • 04. Mai 2020 - Der Umsatzrückgang im Einzelhandelssektor hat zu einem starken Rückgang der Nachfrage und des Preises für Baumwolle geführt. Während der Großteil der Fairtrade-Baumwolle geerntet wurde, sind alle Entkörnungseinheiten und Spinnereien geschlossen, was bedeutet, dass für die Bauern ein finanzielles Risiko besteht, wenn der Markt zu einem niedrigeren Preis geöffnet wird. Es wird erwartet, dass die Vorbereitung des Landes und die Baumwollaussaat für die nächste Saison durch Verzögerungen bei der Saatgutverteilung beeinträchtigt werden.
  • Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Textilindustrie.
ÖL/BERGBAU

Im Bereich Öl/Bergbau führt COVID-19 zu Problemen. Um eine Kontamination zu verhindern, wird von den Arbeitern erwartet, dass sie sich länger in der Nähe der Bergwerke/Plattformen aufhalten, auch wenn die Bedingungen und Einrichtungen dafür oft nicht optimal sind.

  • 3. Mai 2020 - Die Fortsetzung der Bergbauaktivitäten in Peru während des Ausbruchs von COVID-19 führt zu Unruhen unter den Anwohnern. Sie befürchten, dass die Kontamination unter den Bergarbeitern schließlich zu ihnen gelangen wird. Dies hat zu einem Konflikt zwischen Anwohnern und Bergarbeitern geführt. 
  • Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Öl-/Bergbauindustrie.
Dienstleistung

Mehrere Arbeitnehmergruppen haben eine niedrige Sozialversicherung: Sie haben oft keinen bezahlten Krankheitsurlaub und werden pro Schicht bezahlt. Diese Menschen kommen auch schneller mit anderen in Kontakt, was das Infektionsrisiko erhöht.  

  • 31. März 2020 - Von COVID-19 betroffene Zustellkuriere im Vereinigten Königreich erhalten wenig oder gar kein gesetzliches Krankengeld, was Arbeitnehmer dazu ermutigen könnte, weiter zu arbeiten, um finanziell zu überleben. Dies gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer.  
  • Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von COVID-19 auf den Dienstleistungssektor.

Lesen Sie mehr über das Coronavirus und seine Auswirkungen auf Unternehmen und Menschenrechte.